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Horst Weckelmann: Bergbaugeschichte in Unna-Massen |
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Als 1855 mit dem Abteufen von Schächten zwischen Unna und Dortmund begonnen wurde, ahnte noch niemand, wie sehr sich das Bild und das Leben der kleinen Landgemeinde Massen verändern würde. Der Kohlebergbau auf „Massen Tiefbau“ sorgte dafür, dass das Bauerndorf in kürzester Zeit in die industrielle Neuzeit katapultiert wurde. 1860 konnten bereits 3686 Tonnen Kohle gefördert werden. Durch den hohen Bedarf an Arbeitsplätzen verdreifachte sich die Einwohnerzahl, neue Siedlungen mussten errichtet werden, z. B. die Kolonien Im Kamp und An der Ladebühne. Mitten im Ersten Weltkrieg entstand auch noch die Buderuskolonie. Die Bevölkerungsstruktur und die Lebensgewohnheiten passten sich der neuen Arbeitswelt an. Knappenvereine, Gesangvereine, Schrebergärten entstanden. Die Spuren dieser Veränderungen sind heute noch sichtbar. Im Jahre 1883 ereignete sich eine Schlagwetterexplosion mit 15 Toten und drei Verletzten. 1890 zerstörte ein Brand das Schachtgebäude eines Förderschachtes. Einer Katastrophe gleich kam dann auch 1925 die Schließung der Schächte I, II, III und IV durch die Buderus´schen Eisenwerke 1925 aus wirtschaftlichen Gründen. Dadurch wurden auf der Stelle 3621 Bergleute arbeitslos. Nur teilweise fanden sie Arbeit auf der Zeche Alter Hellweg an der Stadtgrenze zu Unna. Sie wurde 1930 von der Gewerkschaft Heinrich übernommen. Nach 1945 erlangte sie große Bedeutung, denn Stahl und Kohle wurden für den Wiederaufbau gebraucht. Trotz schlechter Ernährungslage und ungenügenden Wohnverhältnissen vollbrachten Bergleute enorme Leistungen. Menschen aus allen Teilen Deutschlands wurden angeworben, um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken. 1961 wurde Alter Hellweg stillgelegt und die Belegschaft zu Zechen in Dorstfeld, Scharnhorst, Gneisenau. Monopol, Haus Aden und Königsborn III/IV verlegt. Die schwere Untertagearbeit und die ständigen Gefahren schweißten die untertage Beschäftigten zusammen. Zuverlässigkeit und Kameradschaft waren notwendig. Schon aus Tradition halfen sich die Kumpels untereinander und bildeten eine Schicksalsgemeinschaft. Diese Werte prägen immer noch das Zusammenleben in dem Ortsteil. In Massen leben heute noch viele ältere Bergleute, die aus ihrem Arbeitsleben viel berichten können. Dazu gehören etwa Paul Malzahn, Oskar Jeske, Hermann Bock, Paul John, Josef Stoffels oder Karl-Heinz Albrecht. Der Massener Heimatforscher und Bergbauexperte Horst Weckelmann hat diese Zeitzeugen interviewt und ihre Geschichten aufgeschrieben. Darüber hinaus hat er viele Details der Bergbaugeschichte gesammelt, sie in Artikeln und Vorträgen publiziert. |
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