Titel Geswchichtswerkstatt Sommer


Die Geschichte der Gaststätte „Onkel Albrecht“
und der Doppelmord im Jahre 1964

 

Ortsheimatpflegerin Lisa Meininghaus stellte ihr jüngstes Buch vor

45 Jahre nach dem spektakulären Doppelmord in der Gaststätte „Onkel Albrecht“ an der B1 lud die Geschichtswerkstatt Unna am 26. August 2009  zu einem besonderen Event am Tatort an.

Der Hintergrund:


Ortsheimatpflegerin Lisa Meininghaus hat in mühevoller Arbeit die Geschichte der B1 zwischen Unna und Hemmerde erforscht und ein bemerkenswertes Buch darüber verfasst. Breiten Raum nimmt darin die Gaststätte „Onkel Albrecht“ ein.  Ausführlich geht die Autorin auf den  Doppelmord ein, bei dem in der Nacht zum  25.  August 1964 das Geschwisterpaar Linny und Albrecht Höhmann vom Gangster Petras Dominas erschossen wurde.

Das beispiellose Verbrechen brachte Unna jahrelang in die Schlagzeilen. Nicht nur wegen der akribischen und erfolgreichen Arbeit der Mordkommission, sondern  auch wegen der pikanten Details, die dabei sichtbar wurden. So hatte die prominente Essener Rechtsanwältin Kreuzer, die von den Gangstern „Hilfskreuzer Maria Anna“ genannt,  sie nicht nur verteidigt, sondern ihnen auch die Waffen geliefert.

Petras Dominas war der Chef einer Juwelenräuberbande, die von 1963 bis 1964 neun Überfälle im Ruhrgebiet und in Amsterdam verübte und dabei fast eine Million D-Mark erbeutete. Wo sie auftrat, floss Blut und verschwanden Brillanten. Keines der erlesenen Schmuckstücke tauchte je wieder auf. Nie wurden die maskierten Täter erkannt. Fest stand lediglich, dass immer dieselbe Bande am Werk gewesen war: Die Ganoven benutzten stets bei ihren Überfällen gestohlene Automobile vom Typ Opel Rekord. Sie schlugen stets die Panzerglas-Schaufenster mit einem eisernen Maurer-Fäustel ein

Die Bande schoss in Bochum einer Passantin in den Bauch, in Witten einem Fußgänger in den Oberschenkel. In Gelsenkirchen lieferte sie der Polizei ein Feuergefecht. Und  Mordkommission vermutete, dass der Schütze der Mann war, der in der Gaststätte "Onkel Albrecht" in Unna auch den Gastwirt Albrecht Höhmann, 70. und dessen Schwester Linny, 60, niederstreckte.

Der Doppelmord geschah in der Nacht zum 25. August. Es war die Zeit, da sich endlich eine Fährte ausmachen ließ: Der Überfall auf den Juwelier Jos Inden zweieinhalb Monate zuvor in Amsterdam war von einer Holländerin und deren Tochter beobachtet worden. Sie gaben zu Protokoll, einer von drei Banditen sehe einem prominenten Holländer ähnlich - dem Quizmaster Theo Eerdmans.

Theo Eerdmans war kein Bandit, aber sein Foto half dem Dortmunder Kripo-Oberkommissar Heribert Löblein, der in Deutschland die Ermittlungen führte. Löblein verglich das Eerdmans-Bild mit den Aufnahmen im Verbrecheralbum.

Er stieß auf den Einbruch-Spezialisten Petras Dominas, 35, gebürtiger Litauer, jetzt staatenlos, von Beruf Typograph, ohne festen Wohnsitz.

Gefasst und überführt wurde Dominas mit seinen Komplizen bei einem Raubüberfall auf das Juweliergeschäft Schipper in Amsterdam im September 1964. Er hatte seine Anwältin  Marianne Kreuzer und deren Töchter als Zuschauerinnen eingeladen.

Die Bandenmitglieder und die Anwältin  wanderten jahrelang hinter Gitter. Petras Dominas wurde 1967 wegen des Doppelmords zu lebenslanger Haft verurteilt. Er starb einige Jahre später im Gefängnis an Krebs.

 OA


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