Auf Einladung des Forums
Generationen Unna trafen sich am 14. Januar 17 interessierte Bürgerinnen
und Bürger zur 2. Sitzung des Geschichtswerkstatt im zib
.
Stadtarchivar Thomas Wardenga
informierte zunächst über die Aufgaben, Arbeit und Bestände des
Stadtarchivs Unna. Die Teilnehmer nahmen mit großem Interesse zur
Kenntnis, dass eine neue wissenschaftlich aufgearbeitete Stadtgeschichte
Unna in Vorbereitung ist. Sie wird ausführlicher als das von Willy Timm
1974 veröffentlichte Werk sein. Als Vorstufe zu dieser umfangreichen
Arbeit erfasst der Historiker Klaus Basner sämtliche verfügbaren
Publikationen zur Stadtgeschichte. Nach seiner Schätzung sind dies ca.
1200 Arbeiten verschiedenster Autoren zu unterschiedlichsten
Teilaspekten der Stadtgeschichte.
Helmut Eichhorst vom Forum Generationen Unna berichtete, dass Klaus
Thorwarth, Vorsitzender des SGV und Heimatvereins Unna, bereit ist, die
Arbeit der Geschichtswerkstatt Unna zu moderieren. Die Teilnehmer
wollen sich alle zwei Monate in der großen Runde treffen, um
Arbeitsergebnisse und Informationen auszutauschen. Die nächste
Zusammenkunft ist am 18. März um 17.30 Uhr im zib. Dann soll auch über
die Bildung von Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Themen und Formen
der Veröffentlichung von Teilaspekten diskutiert werden. Neben der neuen
wissenschaftlich aufbereiteten Stadtgeschichte könnte auch eine
unterhaltsame Darstellung – sozusagen eine „Stadtgeschichte Unna light“
- vorbereitet werden.
Aus dem Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden erneut
zahlreiche Themen benannt, mit denen sich die Geschichtswerkstatt
befassen sollte. Weitgehend abgeschlossen sind Arbeiten zur Geschichte
der Zwangsarbeiter in Unna (Jürgen Düsberg und Hajo Müller), das Leben
und Wirken der Ida von Bodelschwing (Dr. Josef Cornelissen) und zur
Bergbaugeschichte in Unna-Massen (Horst Weckelmann). Die Ergebnisse
werden in Vorträgen am 18. Februar, 22. April und 17. Juni jeweils um
17.30 Uhr im zib/Stadtarchiv vorgestellt. Wichtiges Thema bleibt die
Geschichte der Juden, die von einem Arbeitskreis des Museums behandelt
wird. Abgeschlossen hat auch Lisa Meininghaus ihre Nachforschungen
zur Geschichte der Gaststätte Onkel Albrecht an der B1. Hierzu wurde
angeregt, das Ergebnis bei einer öffentlichen Veranstaltung in der
Gaststätte vorzustellen.
Weitere thematische Anregungen betrafen die Firmen-/ bzw.
Industriegeschichte in Unna, die Geschichte der Vertriebenen (Horst
Hoferichter), der Migranten, der Lebenscolonie in Königsborn (Dr.
Küsel), der Unnaer Denkmäler, der Apotheken (Klaus Thorwarth) oder
ortsprägender Bauten. Weiter geforscht werden sollte auch nach
bedeutenden Persönlichkeiten, die in Unna geboren aber ausgewandert
sind.
Eine weitere Aufgabe, der sich die Geschichtswerkstatt stellen wird,
sind Interviews mit Zeitzeugen, weil sich in deren Erinnerungen
Zeitgeschichte in authentischster Weise spiegelt. Dieses Wissen soll
aufgeschrieben werden ehe es in Vergessenheit gerät.
Aufgegriffen wurde die Anregung, Filmmaterial aus der jüngeren
Stadtgeschichte zu sichten, zu sammeln und zu bearbeiten. Filme – z.B.
über das Messingwerk in der Kriegszeit oder den großen Bombenangriff auf
Unna im März 1942 - sind aus privater Hand ebenso verfügbar wie
umfangreiche filmische Dokumente aus Unna-Hemmerde. Es soll geprüft
werden, ob und wie sie öffentlich vorgeführt werden können.
Im Arbeitskreis wurde auch der Wunsch laut, die Geschichte der Ortsteile
gezielter aufzuarbeiten, weil dies von erheblicher Bedeutung für den
Zusammenhalt der Bevölkerung und die Identifizierung mit der örtlichen
Gemeinschaft ist. Hierbei rechnet die Geschichtswerkstatt mit der
Unterstützung durch die Ortsvorsteher. Angeregt wurde ferner eine
umfangreichere Darstellung der Geschichte und Daten zu den Ortsteilen
auf der Homepage der Stadt Unna.
Teilnehmer:
Hermann Strahl, Dr. Josef Cornelissen, Klaus Basner, Wilhelm Hochgräber,
Klaus Thorwarth, Albrecht Kiese, Thomas Wardenga, Horst Weckelmann,
Regina Zenker, Klaus Seifert, Friedhelm Feiler, Lisa Meininghaus, Helmut
Eichhorst, Rita Weißenberg, Dr. Peter Kracht, Georg Palmüller, Werner
Niederastroth.