Titel Geswchichtswerkstatt Sommer


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Neues vom „Unnaer Goldschatz“ 

„Neues vom  Unnaer Goldschatz“ war Thema eines gut besuchten Vortrages, den Museumsleiterin Dr. Reinhild Stephan Maaser im Nicolaihaus in der gemeinsamen Vortragsreihe von SGV und Geschichtswerkstatt hielt.  
Die Goldmünzen, die 1952 bei Ausschachtungen auf dem heutigen Dehne-Gelände gefunden wurden, waren zunächst in alle Winde zerstreut. Der beharrlichen Detektivarbeit von Werner Brinkmann und der finanziellen Unterstützung der NRW-Stiftung sowie vieler privater Sponsoren ist es letztendlich zu danken, dass der Schatz auf 249 Münzen angewachsen ist.

 n ihnen spiegeln sich weit verzweigte Geschäftsbeziehungen des Hansekaufmanns wider, der sie um 1375 vergraben hat: Gulden aus Prag, Wien, Salzburg, Budapest und Lübeck, "goldene Schilde" aus Paris und Antwerpen. Ein seltener englischer "Noble" rundet den Schatz ab, der seinerzeit nicht weniger als ein halbes Dutzend Bauernhöfe wert gewesen ist. Heute ist er von unschätzbarem immateriellen Wert – es ist der größte Goldmünzenfund Westfalens, und er erlaubt einen tiefen Blick in den Herbst des Mittelalters.

 Doch wer hat ein solches Vermögen vor dem Zugriff Fremder in Sicherheit bringen wollen, und warum gerade in Unna? Diese Fragen drängen sich auf angesichts der Bedeutung des Schatzes auf. Die Antworten müssen spekulativ bleiben. Einvernehmen besteht darüber, dass der Eigentümer der Münzen unter den Hansekaufleuten gesucht werden muss. Unna war aktives Mitglied der Hanse. Der Städtebund befand sich in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts auf dem Höhepunkt seiner Macht. Viele Hansekaufleute hatten es zu immensem Reichtum gebracht. Das dokumentiert sich auch in kirchlichen Stiftungen.

 Das Wirken Unnaer Kaufleute im Rahmen der Hanse ist nachweisbar. Dr. Reinhild Stephan Maaser versuchte in ihrem Vortrag den Kreis der Personen, die als Eigentümer des Goldschatzes in Fragen kommen, weiter einzugrenzen. Sie skizzierte dabei sehr anschaulich die gesellschaftlichen Verhältnisse jener Zeit. Große Reichtümer durften Christen nicht ansammeln, wenn sie nicht zu lange im Fegefeuer leiden wollten. Das erklärt aber noch nicht das Motiv, weshalb der Kaufmann den Schatz vergraben hat. Es kann auch sein, dass er gar nicht mehr in Unna lebte, sondern das Versteck auf dem Grundstück eines Angehörigen ausgewählt und das Geheimnis mit in den Tod genommen hat.

 Dr. Reinhild Stephan Maaser  ist Hinweisen nachgegangen, die vermuten lassen, dass es sich um ein Mitglied der angesehene Kaufmannsfamilie von Herne (alias von Heeren) gehandelt haben kann. Diese reiche Familie war es schließlich auch, die den großen Chor in der Stadtkirche gestiftet hat.


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